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Schattenblumen
2008

Wenn der Botaniker von Schattenblumen spricht, meint er damit in der Regel die Arten der Gattung Maianthemum, Pflanzen, die schattige Orte bevorzugen und die Sonne meiden. Gerhard Langs Pflanzen sind Schatten, die das Licht benötigen, um sichtbar zu sein.

Aus unserem alltäglichen Erleben wissen wir, dass jedes Ding seinen Schatten hat. Von Gerhard Langs Schattenblumen existieren allerdings nur die Schatten. Die Dinge dahinter, in diesem Fall die Pflanzen, müssen wir uns vorstellen. Denn Langs Schatten sind hybride Gebilde, Schatten, deren Träger allein in unseren Köpfen auftauchen und bisweilen phantastische Formen annehmen können. [...]

Langs Schattenblumen sind Phantome, die nur im Reich der Schatten zu finden sind. Hier gibt es kein Ding, das seinen Schatten erzeugt. Vielmehr ist es der Schatten, der sein Ding erzeugt.

[C. N., Auszug aus dem Separatum: Schattenblumen, 2008]

(1) Mehr über das Phantombild in Langs Arbeit unter:

- Palaeanthropische Physiognomie. Phantombilder

- Phantombilder von Wolken
- Neue Berichte aus dem Landesinnern. Phantombilder von Landschaften


Abb. I: Leucafagerus machinosus, 2008
Abb. II: Violagravia symphoniaca, 2008
Abb. III: Ophioica miscella, 2008



I.


II.



III.

© Gerhard Lang